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Archive for März 2012

Ein verlorenes Kleinod: Micheluccis Casa Valiani in Rom

18. März 2012 Kommentare aus
Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Grundriss Erdgeschoss. Bildquelle: Ostilio Rossi 2000.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Grundriss Erdgeschoss. Bildquelle: Ostilio Rossi 2000.

Zwei Jahre bevor Giovanni Michelucci mit dem Sieg im Wettbewerb für den neuen Bahnhof von Florenz italienische Architekturgeschichte schreibt, realisiert er für die Familie Valiani in Rom ein bemerkenswertes Einfamilienhaus, das heute kaum noch bekannt ist. Die Casa Valiani (1929-31) entsteht in der Via Romanello da Forlì 25 im Quartier Pigneto nahe der Ausfallstraße Prenestina. Heute ist das herrschaftliche Haus kaum noch wiederzuerkennen;  zahlreiche bauliche Veränderungen und kontinuierlicher Verfall haben dazu geführt, dass es nahezu untergetaucht, ja unkenntlich ist.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf die Fassade. Foto: Architettura e arti decorative 1930-31.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf die Fassade. Foto: Architettura e arti decorative 1930-31.

Zunächst beauftragt die Familie Valiani den toskanischen Architekten Michelucci damit, ein bestehendes Haus umzubauen. Nachdem sich die Konstruktion jedoch als unzuverlässig erweist, wird der Auftrag auf einen den Bestand überformenden Neubau ausgedehnt. Allerdings soll dieser den strukturellen Grundzügen des bereits umgebauten Hauses folgen, indem diese erweitert werden. Während des Baus wird das Raumprogramm um zwei weitere Wohnungen zu einem großen Mehrparteienhaus erweitert, so dass das Gebäude bis zu seiner Fertigstellung weitere wesentliche Veränderungen erfährt.  Schließlich soll das Haus den fünf Brüdern der Familie Valiani separate Wohnungen und gemeinschaftliche Räume wie Gesellschaftszimmer, Salon, Billardzimmer bieten.  Somit ist das wechselvolle Schicksal des Hauses schon im Entstehungsprozess vorgezeichnet. Dennoch gelingt Michelucci ein harmonisches, sowohl in der Erschließung als auch in der formalen Artikulation schlüssiges Haus, das zu einem der ersten Bauwerke gehört, die in Rom dem Geist der Moderne Einzug gewähren.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf den Haupteingang. Foto: Dedalo 1932.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf den Haupteingang. Foto: Dedalo 1932.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf die Fassade. Foto: Dedalo 1932.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf die Fassade. Foto: Dedalo 1932.

Im Erdgeschoss legt Michelucci einen großzügig verglasten Eingang an, von dem aus die erste Wohnung (Erdgeschoss) sowie die oberen Etagen mit je zwei Wohneinheiten erschlossen werden. Mit ihrer Leichtigkeit suggerierenden Verglasung scheint sie eines der zentralen Themen des Florentiner Bahnhofes zu antizipieren. Die Betonung der Baukörper, der Verzicht auf redundantes Formevokabular, präsentieren eine seinerzeit frische Interpretation des römischen Stadthauses. Die Modernität des Hauses kulminiert buchstäblich in der sich an der Fassade abzeichnenden Eingangstreppe, findet aber auch im raffinierten System vor- und zurückspringender Baukörper, Terrassen und Loggien Ausdruck. Die planimetrische Bewältigung des schwierigen Raumprogramms mit den separaten und doch miteinander agierenden Wohnungen ist gelungen.

Kocherquartier in Schwäbisch Hall eine architektonische Enttäuschung

14. März 2012 Kommentare aus

Volksbankhaus im Kocherquartier Schwäbisch Hall (2008-11). Foto: Privat.

Ein Jahr nach der Eröffnung wird das Haller Kocherquartier zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht durchaus positiv rezipiert. Grund mehr, einen Blick auf die Architektur des größten Bauvorhabens der malerischen Stadt am kocher zu werfen.

Architektonische Eingriffe, zumal von solch großer Tragweite wie das Kocherquartier, können nicht mit ein paar Bildchen, wie sie an den Baustellen prangen, erklärt werden. Tatsächlich entspricht der Gebäudekomplex, den wir jetzt ein Jahr nach der Einweihung betrachten können, in seiner architektonischen Qualität weder dem Tamtam mit dem er eingeweiht wurde noch den vielfältigen und tradierten Qualitäten der Haller Altstadt.

Vor vier Jahren habe ich in einem Leserbrief die stadträumlichen Qualitäten des Entwurfs gelobt und zugleich auf die Mängel hinsichtlich der architektonischen Sensibilität der beauftragten Architekten hingewiesen. Ohne Frage, die Durchwegung des Kocherquartiers mit den einzelnen Baukörpern, die Gassen und Winkel, die entstanden sind und den Komplex infrastrukturell mit der alten Stadt verzahnen, sind gelungen. Auch die Idee, die Nutzung zu mischen ist positiv hervorzuheben. Dass es flache Dächer geworden sind, ist eine echte Stärke, weil im Kontrast zu ihnen, die Giebel der Gelbinger Gasse noch besser in Erscheinung treten. Alt und Neu beflügeln sich hier gegenseitig, anstatt wie in einer Disney-Architektur dem Imitat geopfert zu werden. Andererseits wurde bei all‘ diesen guten Ansätzen keinerlei Verständnis für die atmosphärische Situation des alterwürdigen Halls gezeigt. Die gekurvte Stahlbeton-Wand der Volksbank wurde zwar alibihaft mit grobem Naturstein verkleidet, dann wiederum aber mit so vielen und dicht gedrängten Fenstern aufgelöst, dass man sich fragen muss, ob der Architekt den Sinn des Mauerwerks verstanden hat: Sichtbares Mauerwerk suggeriert von seinem Material und der kleinteiligen Schichtung her immer Geschlossenheit, stattdessen ist hier ein gewollt moderner Glasbau in pseudotraditionalistischem Gewand versucht worden.

Das Kocherquertier selbst bzw. die Mall kommt mit erbärmlicher Provinz-Sparkassen-Architektur daher. Die Architekten hatten seinerzeit versucht, sich mit den vermeintlich edlen Natursteinverkleidungen herauszureden, aber auch hier ist der Bruch mit der Stadt nicht wegzureden. Nicht dass beim Bau eines modernen Gebäudes ein Bruch nicht erlaubt sei, aber dann sollte er bitteschön konsequent umgesetzt werden, mit zeitgemäßen Formen und Mitteln. Wo in Hall die Architekten einen plausiblen Bezug zu diesen geschliffenen Platten und den verputzten Aufbauten hergeleitet haben, ist schleierhaft. Natürlich ging es nicht darum, Fachwerk nachzubauen oder die wenigen Natursteinfassaden der Haller Repräsentationsbauten zu reüssieren oder mit spitzen Dächlein ein gewohntes Bild aufzukochen, aber es ging sehr wohl um Sensibilität. Hier hätte die Kreativität der Architekten und die Vernunft der Stadtoberen eingreifen müssen, um einer zeitgemäßen Interpretation der Haller Altstadt nachzuspüren. – Um nur eine Anregung zu nennen, wie wäre es mit einer vertikalen, unbehandelten Holzverschalung gewesen, die mit der Verwitterung allmählich die Patina der Stadt angenommen hätte? Diese wäre originell, verschieden (es handelt sich ja um einen neuen Bau) und dennoch atmosphärisch angepasst gewesen? Beziehungsweise, hätte man sich nicht im Geiste an der Kunsthalle orientieren können? Nein, natürlich nicht. Flender & Drobig das sind bekanntlich Kaufhaus-Architekten und um nichts anderes ging es ja hier, um einen Kommerztempel; Henning Larsens hingegen – ein echter Könner – hat allein mit der Größe, Proportion und Materialität der Kunsthalle architektonischen Feinsinn bewiesen. Und man sage nicht, das sei am Geld  gelegen. Vielmehr lag aes m kompetenten Juryvorsitzenden (Arno Lederer) und dem Architekturbüro des Altmeisters Larsens selbst. Wie dem aber auch sein, kein wird in Abrede stellen können, dass sich dieses sogenannte Kocherquartier, von seiner Erschließung und dem renovierten Gefängnisbau abgesehen, auf jeder x-beliebigen Gewerbewiese einpassen würde, allerdings nicht in den Kontext Schwäbisch Halls. Zu sehr spricht hier die gestalterische Beliebigkeit und das Diktat des politischen und ökonomischen Pragmatismus in die Blöcke.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Stadtoberen, die sich jetzt mit dem Kocherquartier brüsten – tatsächlich aber nur fehlende architektonische Sensibilität bzw. die Unfähigkeit sich diese geschickt einzukaufen unter Beweis gestellt haben – sich bei der Vergabe großer altstadtnaher Bauaufgaben an qualitativ renommierte Architekten halten und bei der Besetzung der Wettbewerbskommissionen einen nachweislich im Umgang mit atmosphärisch reichen Kontexten erfahrenen Architekten ins Boot holen. Dann, dann vielleicht ließen sich solch teure Fehlgriffe vermeiden und dieser schönen Stadt würde Gerechtigkeit wiederfahren. Prof. Franck hat jedenfalls vollkommen Recht, wenn er bezüglich des Quartiers von einem ‚Patzer‘ spricht. Dass dieser ‚Patzer‘ allerdings auf dem vorletzten großen Filetstück der Stadt (es bleibt noch der Haal) seinen Platz gefunden hat, zeugt von einer kulturellen Verarmung, über die langfristig auch die neu erschlossenen Kommerzmöglichkeiten nicht hinwegtäuschen können. Das beste Stück des Kocherquartiers ist unbestritten das, wo die Baugeschichte schier nichts anderes mehr erlaubt hat, als die Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen sensibel anzupacken, nämlich die umgebauten Kopfgebäude (Torbau und dahinterliegender dreiteiliger Gebäuderiegel) des seinerzeit ebenfalls umstrittenen, als Fremdkörper empfundenen ehemaligen Gefängnisses.

Entscheidung im Valser-Tal: Zumthor unterliegt dem Investor Stoffel

11. März 2012 Kommentare aus

Der über Jahre aufgeschaukelte und inzwischen zu einem kommunalpolitischen Drama avancierte Streit um die Valser Architektur-Ikone hat das graubündner Dorf vor eine Zerreißprobe gestellt. Kaum ein Bürger des langen, schmalen Tals hat keine Meinung zu dem Thema. Mitunter kochen die Gemüter hoch; mancheiner traut sich nicht einmal mehr, sich in der Öffentlichkeit zu äußern. Der zum Symbol einer ganzen Gegend aufgestiegene Badetempel aus Gneis steht, nebst nahegelegenem Thermen-Hotel zum Verkauf.

Da die beiden Angebote substanziell vergleichbar sind ist es vor allem eine Frage des Vertrauens, die die Entscheidung der Bürger bestimmt. Freilich, in architektonischer Hinsicht ist es aber auch eine Frage der zu erwartenden Qualität.

Am vergangenen Freitag haben die Bürger der Bündner Gemeinde antschieden, der Immobilienunternehmer Remo Stoffel und der hiesige Steinbruchbesitzer Pius Truffer haben sich mit 287 zu 219 Stimmen durchgesetzt. Damit sei besiegelt, dass die Therme und das zugehörige Hotel an den gebürtigen Valser Investor verkauft würden und dieser die Verantwortung für die Weiterentwicklung des Komplexes übernehme. Die Gemeinde erhält 7,8 Mio. Franken sowie die Verpflichtung, weitere 50 Mio. Franken in Renovationen und einen architektonisch hochwertigen 70-Betten-Neubau zu investieren. Außerdem will Stoffel eine 12 Mio. Franken teure Mehrzweckhalle errichten und die Hälfte dieser Kosten übernehmen. Im Gegenzug erhalten die Valser außerdem die Möglichkeit, Eigentümer der Therme zu bleiben, indem sie Stoffel ein Nutzungsrecht einräumen. Damit ist die Zukunft der Valser Architektur-Perle bezeichnet.

Mit der überraschend deutlichen Entscheidung von Freitag Abend optierte die Gemeinde gegen ihre Verwaltungsspitze, die noch Anfang der Woche ihren geschlossenen Rücktritt erklärt hatte. Wohl hatte man geahnt, dass deren Vorliebe für das Angebot Zumthors nicht von der Mehrheit der Bevölkerung geteilt würde. Offenbar gin es vielen darum, sich von dem komplizierten „Thermen-Übervater“ Zumthor loszueisen, zumal die Zusammenarbeit mit dem Pritzker-Preisträger stets von Schwierigkeiten überlagert war. Sowohl der alte als auch der neue Therme-Verwaltungsrat hätten sich mit Zumthor überworfen.

Für Stoffel spricht hingegen das vertrauen, das die Valser in seine Heimatverbundeheit stecken. Dieser hatte am Anfang der Gemeindeversammlung versichert: «Ich bin nach Vals zurückgekommen, ich will hier investieren und ich werde bleiben.» Obwohl der Immobilienunternehmer schon früh das Dorf verlassen hatte, sehen viele Valser in ihm nach wie vor einen Einheimischen und vertrauen ihm darum.

Nachräglich bemerkte der international renommierte Architekt Zumthor, dass man ihm nicht einmal richtig zugehört habe. Er kritisierte, die Bevölkerung habe sich von Stoffels Mehrzwekchallen-Projekt verführen lassen. Ferner unterstellte er Truffer einen Rachefeldzug wegen dessen Abwahl im Vorstand der Therme, deren Fassadensteine aus Truffers steinbruch stammt.

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Ein lombardo-romanisches Stilelement: der Tiburio

10. März 2012 Kommentare aus

Giuseppe Polvara: Modell der Kirche S. Maria Beltrade (1926-34) in Mailand. Foto: Privat.

Der italienische Terminus tiburio ist ein bislang im Deutschen kaum bekannter Ausdruck. Seinen Ursprung hat der Begriff tiburio im lateinischen Ausdruck tiburium, der laut Treccani vermutlich eine Alternation des Begriffs ciborium ist. Jedenfalls sind die beiden Bauteile tiburio und Ziborium wesensverwandt (s.u.), so dass die Annahme plausibel erscheint. Baugeschichtlich handelt es sich beim tiburio um ein nachantikes Bauglied, das zunächst in der frühchristlichen und byzantinischen Sakralarchitektur entwickelt worden ist und hauptsächlich in Italien beheimatet ist. Im weitesten Sinne könnte man im Deutschen sagen, dass es sich beim tiburio um eine besondere Art des Vierungsturms handelt. Da es ihn allerdings auch ohne Vierung gibt, hinkt dieser deutsche Begriff. In Italien wird der tiburio als ein Bauteil definiert, das eine Kuppel umfasst bzw. umfängt, um diese zu schützen. Allerdings geht der tiburio über eine bloße Ummantelung oder Eindeckung hinaus. Vielmehr ist er ein konstruktiv eigenständiger Aufbau, der sich nicht auf der Kuppel abstützt. Diese konstruktive Eigenständigkeit ist das wesentliche Merkmal eines tiburio. Im Grundriss kann er sowohl rund als auch polygonal sein, als Baukörper indes zylindrisch, kubisch oder prismatisch. Für gewöhnlich ist der tiburio mit einem geneigten Dach gedeckt und mit einer Laterne bekrönt. Als Beispiele für einen tiburio gelten v.a. der turmartige Kuppelüberbau des Klosters Chiaravalle in Mailand sowie der doppelstöckige tiburio von S. Maria delle Grazie in Mailand. Weitere historische Vorbilder sind S. Maria presso San Celso und Sant’Ambrogio in Mailand, Albertis SS. Annunziata sowie das Baptisterium in Florenz, aber auch S. Vitale in Ravenna sowie S. Costanza und Sant’Ivo della Sapienza in Rom. Am weitesten verbreitet ist diese Form des Aufbaus in der lombardischen Romanik und den von ihr inspirierten Kirchenbauten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Wobei das ursprünglich gemauerte Bauteil im frühen 20. Jh. häufig mit Beton nachempfunden wird.

Entscheidung in Vals spitzt sich zu

7. März 2012 Kommentare aus

Valser Gemeinderat tritt geschlossen zurück

Wenige Tage vor dem Showdown in der beschaulichen Bündner Gemeinde hat der komplette Gemeinderat verkündet, nicht mehr zur Wahl zu stehen. Dies kommt einem faktischen Rücktritt noch in diesem Jahr gleich. Die Entscheidung um den Verkauf des prestigeträchtigen Thermalbades nebst Hotelanlage wird für die kleine Gemeinde zum ‚Jahrhundertentscheid‘. Ihre Bürger sind am 9. März aufgerufen, über die beiden Angebote (IG Zumthor vs. Truffer/Stoffel) abzustimmen. Beide Parteien haben Hotelneubauten, Umbauten, Zubauten und Modernisierungen im Wert von 50 Mio. Franken auf den Tisch gelegt. Der seit Jahren schwelende Streit hat die 1000-Seelen-Gemeinde in den Bündner Alpen entzweit. Seit Wochen wird von den beiden Parteien für das Vertrauen in ihre Konzepte geworben, ohne jedoch einen eindeutigen Ausschlag in der Bevölkerung zu erringen. Vielmehr hat sich eine gedrückte Stimmung über das Tal gelegt. Viele wagen es nicht mehr, offen über ihre Ansichten zu dem Thema zu sprechen. Entschiedener war bisher der von Margrit Walker-Tönz präsidierte Gemeinderat. Dieser hatte sich im Januar für das Angebot der IG Zumthor ausgesprochen. Dass die sieben Mitglieder des Gremiums jetzt geschlossen zurücktreten werden, wirft ein fahles Licht auf die ganze Angelegenheit um die weltberühmte Therme. Trotz der versuchten Erklärungen mag sich der Eindruck eines erhöhten Drucks auf die Gemeinderatsmitglieder, so kurz vor der Abstimmung, nicht zu lösen. Offenbar hat sich die Lage derart zugespitzt, dass die Gemeinderatsmitglieder der Verantwortung sprichwörtlich ‚davonlaufen‘, so zumindest Pius Truffer in einem Interview. Während Zumthor für architektonische Qualität bürge, erwarte man von der sogenannten Valser Gruppe um den Investor Remo Stoffel ein nachhaltigeres Interesse am Wohl der Gemeinde, zumal dieser aus der Gegend stamme. Dessen ungeachtet war eine von der Gemeinde beauftragte Consulting-Firma zu dem Schluss gekommen, dass keines der beiden Angebote objektiv zu bevorzugen sei. So gewendet wird es schwer für die Bürger und Bürgerinnen, am kommenden Freitag eine Entscheidung zu treffen. Für das kleine Dorf deutet sich jedenfalls ein Stuttgart-21-Dilemma en miniature an.

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