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Archive for the ‘Architektur News’ Category

Tadao Ando entwirft für Karlsruhe

24. Januar 2017 Kommentare aus

Der japanische Großmeister der minimalistischen Architektur wird in Karlsruhe an der Ludwig-Erhard-Allee das Hauptquartier der Firma Weisenburger errichten. Viele Jahre nachdem sein Entwurf für ein in der Rheinschiene vorgesehenenes, den Fluss überbrückendes Museum der Weltkulturen nicht mehr weiterverfolgt worden ist,  wird der seit Jahrzehnten für seine Sichtbeton-Architektur geschätzte Ando nun in Karlsruhe ein großes Gebäude errichten.

Seit dem nicht realisierten Entwurf von Rem Koolhaas  für das ZKM ist es wohl der erste international der renommierte Architekt, der den Weg zu einem konkreten Bauvorhaben in Karlsruhe einschlägt. Unter Umgehung der sonst für städtebaulich bedeutsame Projekte üblichen Mehrfachbeauftragung, sieht die Stadt einer großartigen Architektur entgegen, die der baulich etwas ungestüm entwickelten Allee vielleicht einen Orientierungspunkt geben könnte. Auch wenn zuletzt die von Ando propagierte Schlichtheit der Materialien im Einklag mit dem Spiel des Lichts bei großformatigen Bauwerken nicht mehr die Überzeugungskraft seiner kleineren Frühwerke erreichen konnte, kann sich die Stadt auf ein überaus ambitioniertes Projekt freuen. Interessant dürfte auch sein zu beobachten, ob und wie der eigenwillige Architekt aus Fernost sich in die Rahmenbedingungen hießiger Bauvorschriften fügen wird.

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Kategorien:Architektur News

Der chinesische Weg. Fotoausstellung zur Binnenmigration und Urbanisierung

4. November 2016 Kommentare aus

Der chinesische Weg. Binnenmigration und Urbanisierung in der Volksrepublik
Fotografien von Dr.-Ing. Alexander Beck

Bei seinen Reisen nach China erforscht Dr.-Ing. Alexander Beck, Architekt und von 2002 bis 2014 Vorsitzender der Kammergruppe Schwäbisch Hall, städtebaulich und soziologisch die Volksrepublik. Nach zwei Jahren intensiver Beschäftigung mit der chinesischen Urbanisierung zeichnet er anhand beispielhafter Fotos einen exemplarischen Weg der Binnenmigration nach: Die Reise vom Land in die Ankunftsstädte am Rand der Metropolen, die langsame Diffusion der Menschen dort in das Innere der Städte, ihre
Wanderung durch die unterschiedlichen sozialen Milieus der Stadtquartiere und wieder hinaus in neue luxuriöse Vorstädte und Wochenendwohnungen – das alles präsentiert Alexander Beck in seiner Ausstellung im Haus der Architekten. Ein Weg, dem noch viele Millionen weiterer chinesischer Bürger in den nächsten Jahren folgen werden. Ihn zu verstehen wird für eine optimale Steuerung des Prozesses und damit für den zukünftigen Wohlstand sowie die politische Stabilität Chinas von elementarer Bedeutung sein. In Deutschland wurde die gleiche Wanderungsbewegung bereits vor Jahrzehnten abgeschlossen. Es ist in Vergessenheit geraten, wie Migration funktioniert. Gerade einem Land wie Deutschland kann die Ausstellung deshalb Impulse für die aktuellen Herausforderungen geben.

Die Ausstellung ist vom 8. November bis 22. Dezember 2016 im Haus der Architekten, Danneckerstraße 54, 70182 Stuttgart zu sehen. Montag bis Donnerstag 8 bis 16.30 Uhr, Freitag bis 15 Uhr

Ausstellung
8. November – 22. Dezember
Haus der Architekten
Danneckerstraße 54, Stuttgart

http://01art.org/

Kategorien:Architektur News

Neue Sichtweisen auf das Werk von Frei Otto

22. Oktober 2016 Kommentare aus

Am 4. November 2016 eröffnet im ZKM Karlsruhe eine große Ausstellung auf den im März 2015 verstorbenen Architekten Frei Otto. Die von Georg Vrachliotis kuratierte Schau wird auf der Grundlage des im Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) bewahrten Nachlasses einen fundierten Blick auf einen der international renommiertesten und innovativsten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts richten.

Anhand von über 200 Modellen, Objekten, Werkzeugen und Instrumenten, über 1.000 Fotos, Zeichnungen, Skizzen, Plänen und Filmen sowie mehreren medientechnische Großprojektionen werden neue Sichtweisen auf das Werk von Frei Otto vermittelt und neue Fragestellungen zur Zukunft der gebauten Umwelt zwischen Architektur, Technologie, Nachhaltigkeit und Gesellschaft aufgeworfen.

Frei Otto. Denken in Modellen.

5. November 2016 bis 12. März 2017, ZKM Karlsruhe.

Eröffnung am 4. November 2016, 19.00 Uhr im Foyer des ZKM, mit Beiträgen von Holger Hanselka, Christiane Riedel, Philip Kurz und Georg Vrachliotis.

Architektur während des Faschismus im Italien der 1930er Jahre

22. Oktober 2016 Kommentare aus
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Marcello Piacentini: Rektoratsgebäude der Universität Rom, 1932-35.

Vorträge zur Architektur im Faschismus im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚ifag um sieben‘ an der Universität Stuttgart.

 

14. November 2016
Klaus Tragbar, Innsbruck
Architektur und Städtebau im Faschismus. Personen, Projekte, Positionen.

 

12. Dezember 2016
Daniela Spiegel, Weimar
Erschreckend gut, erschreckend schön. Stadtgründungen des italienischen Faschismus als architekturhistorisches Faszinosum.

 

30. Januar 2017
Luigi Monzo, Schwäbisch Hall/Karlsruhe
Widerstand oder Anpassung? Der italienische Kirchenbau in der Zeit des Faschismus.

 

ifag um sieben, immer montags, K1 Keplerstr. 11, Raum 1.08
19:00 Uhr

 

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Frank Lloyd Wright unknown

6. Juli 2016 Kommentare aus
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Frank Lloyd Wright: Teppich für Taliesin, 1955. Quelle: MoMa Press.

Das Museum of Modern Art in New York nutzt den Anlass des 150. Gebursttag des großen Meisters Frank Lloyd Wright, um mit einer spektakulären Ausstellung tiefe Einblicke in bislang unveröffentlichte Arbeiten des Architekten der Prärie zu geben. Frank Lloyd Wright at 150: Unpacking the Archive, so der Titel der Ausstellung, die am 12. Juni 2017 im MoMA eröffnet und mit über 450 Arbeiten aus der Zeit von den 1890er bis 1950er Jahren aufwarten wird. Architekturzeichnungen, Modelle, Gebäudefragmente, Film- und Fernsehbeiträge, Druckerzeugnisse, Möbel, Tischwaren, Textilien, Gemälde, Fotografien und Skizzenbücher wurden aus den Tiefen des persönlichen Archivs des Architekten heraufbefördert und werden im Kontext etlicher, bisweilen kaum bekannter Projekte einen neuen Blickwinkel auf das Werk Frank Lloyd Wrights eröffnen. Die Ausstellung ist vielmehr anthologisch aufgebaut denn eine monografische Werkschau. In zwölf Abteilungen werden verschiedene Aspekte und Facetten, wie zum Beispiel die Verwendung des Ornaments, beleuchtet. Sie sollen als Ausgangspunkt für eine Wiederbelebung der Diskussion und kritischen Auseinandersetzung dienen. Verantwortlicher Kurator der Ausstellung ist Barry Bergdoll, zu den Mitwirkenden zählt unter anderem der herausragende Kenner des Wright-Nachlasses Michael Desmond.

Frank Lloyd Wright at 150: Unpacking the Archive, 12. Juni 2017– 1. Oktober 2017, MoMa, NYC.

Marcello Piacentini urbanista

20. Dezember 2015 Kommentare aus

Beese_Piacentini Studie zum städtebaulichen Werk Marcello Piacentinis

Mit der Publikation ihrer 2014 an der Technischen Universität Dortmund vorgelegten Doktorarbeit „Neue Horizonte im Städtebau“ – Die Form der Stadt bei Marcello Piacentini (1881-1960) präsentiert die Berliner Kunsthistorikerin Christine Beese die erste umfangreiche Studie zum vielfältigen städtebaulichen Werk des faschistischen Regimearchitekten Marcello Piacentini. Die Verfasserin untersucht das Wirken anhand des beruflichen und intellektuellen Werdegangs am Übergang zwischen langem 19. und kurzem 20. Jahrundert und zieht dabei auch Vergleiche und Verbindungslinien zum europäischen Architekturgeschehen der Zeit. Über die Entwicklung und Etablierung der städtebaulichen Disziplin, die Erprobung städtebaulicher und architektonischer Leitgedanken im Ausbau Roms zur Kapitale des Faschismus, führt die mit Archivmaterial reich illustrierte Analyse schließlich zur typologisch strukturierten Veranschaulichung eines wegweisenden Beitrags zur italienischen Stadtgestaltung.

Eine ausführliche wissenschaftliche Besprechung des Buches liegt bereits vor und wird 2016/2017 in der architectura – Zeitschrift für Geschichte der Baukunst – Journal of the History of Architecture erscheinen.

Christine Beese: Marcello Piacentini. Moderner Städtebau in Italien. Reimer-Verlag, Berlin 2016. 624 Seiten, 11 farb- und 241 sw-Abb. ISBN: 9783496015468.

„Schlicht sticht“ oder die Wiedergeburt eines Ideals

14. November 2015 Kommentare aus

Einst waren großartige Entwerfer wie Mies van der Rohe oder Marcel Breuer angetreten, gutes Design in jeden Haushalt zu bringen. Entgegen dem Individualismus des späten 19. Jahrhunderts, der sich letztlich in den aufwendigen Dekors des Jugendstils und des Art Déco entladen hat, nahmen sie Halbzeuge zur Hand und formten diese zu zeitlosen Ikonen industrieller Produktion. Zwischenzeitlich wurde das Werk eines durchaus altruistisch grundierten Designs in den Spülgängen der Konsumgüterproduktion zum Luxusgut verbogen. Selbsternannte Siegelbewahrer kolportieren einen Antagonismus von Original und Plagiat, der bei genauerem Sinn kaum der eigenen Designgeschichte standhält. In genau diese Zeit hinein, einer Zeit in der die Grenze von Luxus und Verschwendung immer mehr verschwimmt, zugleich die gesellschaftliche Wohlstandsschere immer weiter ausienanderklafft entwirft der junge Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel sogenannte Hartz-IV-Möbel. Gleichsam einer Wiedergeburt des guten Möbels für jedermann, propagierte er preiswerte Einrichtugnsgegenstände zu selber bauen. Dabei macht er sich das Crowd-Concept zu nutze und vermittelt seine Ideen zum „konstruieren statt konsumieren“ über einen eigenen Blog (http://hartzivmoebel.blogspot.de/). „Menschen, die Möbel bauen, sind oft auf der Suche nach etwas“, sagt er und eben diese Suche möchte er nun mit einem Ziel versehen: Bauanleitungen für eigene Selbstbau-Entwürfe kompakter und vielseitiger Möbel, Mittel und Wege zu einem pragmatischen, sich selbst erklärenden Design abseits des Glimmers. Sie bilden den Gegenentwurf zu uneingeschränktem Wohnflächenverbrauch und sogenannten Designermöbeln in exorbitanten Gewinndimensionen.