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Archive for the ‘Architektur Rom’ Category

Marcello Piacentini urbanista

20. Dezember 2015 Kommentare aus

Beese_Piacentini Studie zum städtebaulichen Werk Marcello Piacentinis

Mit der Publikation ihrer 2014 an der Technischen Universität Dortmund vorgelegten Doktorarbeit „Neue Horizonte im Städtebau“ – Die Form der Stadt bei Marcello Piacentini (1881-1960) präsentiert die Berliner Kunsthistorikerin Christine Beese die erste umfangreiche Studie zum vielfältigen städtebaulichen Werk des faschistischen Regimearchitekten Marcello Piacentini. Die Verfasserin untersucht das Wirken anhand des beruflichen und intellektuellen Werdegangs am Übergang zwischen langem 19. und kurzem 20. Jahrundert und zieht dabei auch Vergleiche und Verbindungslinien zum europäischen Architekturgeschehen der Zeit. Über die Entwicklung und Etablierung der städtebaulichen Disziplin, die Erprobung städtebaulicher und architektonischer Leitgedanken im Ausbau Roms zur Kapitale des Faschismus, führt die mit Archivmaterial reich illustrierte Analyse schließlich zur typologisch strukturierten Veranschaulichung eines wegweisenden Beitrags zur italienischen Stadtgestaltung.

Eine ausführliche wissenschaftliche Besprechung des Buches liegt bereits vor und wird 2016/2017 in der architectura – Zeitschrift für Geschichte der Baukunst – Journal of the History of Architecture erscheinen.

Christine Beese: Marcello Piacentini. Moderner Städtebau in Italien. Reimer-Verlag, Berlin 2016. 624 Seiten, 11 farb- und 241 sw-Abb. ISBN: 9783496015468.

Ein neues Kolosseum oder doch nur Rhetorik? Der Entwurf für das neue Stadion des AS Rom

23. März 2015 Kommentare aus

An großen baulichen Vorbildern fehlt es in Rom freilich nicht. Von je her kennzeichnet der Umgang mit dem Bauerbe und der daraus resultierenden Bautradition die spezifisch römische Moderne. So verwundert es nicht, dass selbst der weltweit im Stadionbau renommierte Dan Meis vom US-amerikanischen Büro Woods Bagot in seinem Entwurf für das neue Stadion des Traditionsclubs AS Rom einen Weg beschreitet, der sich das große Theater am Forum Romanum – zumindest stellenweise – zum Vorbild nimmt. Andererseits ist Rom aber auch die Stadt der Olympischen Spiele des Jahres 1960 und weist folglich durchaus beeindruckende Zeugnisse einer radikalen und innovativen sportstättenarchitektur auf. Man denke nur an den Palazzetto dello Sport, der mit seiner leichten und suggestiven Struktur etwas von der Idee technisch fortgeschrittener Bauvision vergegenwärtigt.

Das neue Stadion ist mit 52.500 bis 60.000 Plätzen (je nach Veranstaltung) ausgelegt und soll im Stadtteil Tor di Valle entstehen. Es würde das Olympiastadion als Austragungsort der Heimspiele des inzwischen im Besitz des italo-amerikanischen Unternehmers James Pallotta befindlichen AS Rom ersetzen. Daher vielleicht auch der Versuch, die Aufgabe mithilfe eines amerikanischen Architekturbüros zu lösen. Vor diesem Hintergrund erklärt sich vielleicht die eigentümliche Mischung aus rhetorischen Anklängen an die römische Bogenarchitektur und einer modernen Stahl-Glas-Konstruktion, die zwar das Bild des Kolosseums evoziert, aber doch sehr an Authentizität mangelt. Transluzentes Glas und Teflon bilden zudem den Abschluss des Stadions, so dass sich die Frage stellt, ob Rom hier tatsächlich eine nachvollziehbare, konsequente Fortschreibung seiner Baugeschichte oder doch eher nur eine beliebige High-Tech-Pfanne erhält, der man ein wie ähnlich wie die Toga locker sitzendes romanisierendes Gewand verpasst hat.

Sicher spielt bei dem neuen Entwurf auch das Branding des Traditionsclubs eine Rolle, trägt er doch die Kapitolinische Wölfin im Wappen. Doch verkörpert der Entwurf allzu sehr die amerikanische Vorstellung einer Umsetzung oder Fusion zeitlich ungleichzeitiger architektonsicher Ideen. Gerade die Abstraktion der Fassade und deren fast losgelöste Positionierung vor der Konstruktion können nicht überzeugen. Interessant bleibt jedoch die offene Gestaltung der Ränge und die beeindruckende Regelmäßigkeit des Baukörpers. Unter funktionalen Gesichtspunkten wird das Stadion überfällige Neuerungen bringen, seine Positionierung in der Baugeschichte Roms, die auch hervorragende und bestens harmonierende zeitgenössische Bauwerke kennt, bleibt jedoch offen. Die Frage eines Stadions könnte eine internationale sein, wie jüngere Beispiele in Deutschland, England oder China zeigen; sie könnte aber auch die Chance zum Gegenteil sein: kein willkürliches Schaulaufen des Möglichen, sondern Auseinandersetzung mit dem Vorgefundenen in einem überaus großen Bauwerk.

Neue Wege im alten Rom

10. September 2013 Kommentare aus
Renzo Piano: Parco della Musica (Rom), 1994-2003

Renzo Piano: Parco della Musica (Rom), 1994-2003

Nach der Eingliederung Roms in den italienischen Nationalstaat (1871) wurde das in städtebaulichem Sinne noch im Dornröschenschlaf schlummernde Rom erst langsam, dann dafür umso energischer zum Gegenstand tiefgreifender urbaner Modernisierungsprozesse. Die Weltausstellung im Jahre 1911 erschloss den Teil zwischen Tiber und Monte Mario einer ersten bürgerlichen Bebauung in größerem Stil (Prati). Calderinis gewaltiger Justizpalast manifestierte indes das entschiedene Statement des liberal-laizistischen Staates gegenüber den Zeugnissen der päpstlichen Herrschaft. Nicht zuletzt sollte das neue Quartier Prati das erste in Rom sein, von dem die Peterskuppel nicht zu sehen wäre. Derweil darbte der alte Teil Roms, also der zwischen den Hügeln entlang des Tridente liegende Kern in einem von prekären hygienischen Verhältnissen aber zugleich intakten sozio-urbanen Gefügen gekennzeichneten, fast dörflichen Zustand. Ein Zustand, in den allerdings bauspekulative Maßnahmen wie die Via Nazionale zunehmend mutierend eingriffen, bis sie schließlich aus dem Rom der Päpste das Rom der bürgerlichen Bauspekulanten machten. (Der Prozess wirkt heute noch nach, wenn man die Eigentumsverhältnisse in den Rioni e Quartieri durchleuchtet.)

Richard Meier: Museum 'Ara Pacis' (Rom), 1996-2006

Richard Meier: Museum ‚Ara Pacis‘ (Rom), 1996-2006

Die verhältnismäßige Stasis hinsichtlich größerer städtebaulicher Projekte öffentlichen Interesses ändert sich mit der Machtübernahme der Faschisten (1922). Für Mussolini sollte Rom zur Hauptstadt eines neuen Imperiums avancieren, große Umbauten und tiefgreifende Einschnitte in das bestehende Stadtgewebe in Verbindung mit großangelegten Stadterweiterungsmaßnahmen ebnen dem faschistischen Selbstdarstellungsanspruch den Weg in die Welt der architektonischen Zeichenhaftigkeit. Bis heute bleibende Zeugnisse dieser regen Bauaktivität sind etwa die Via della Conciliazione, die Via dell’Impero (heute Via dei Fori Imperiali), die Via Imperiale (heute Via Cristoforo Colombo) und die Via del Mare sowie das für die Weltausstellung 1942 vorgesehene neue Quartier E42 (heute EUR). Antike Monumente wurden mit großem Aufwand freigelegt, um den Bezug des Regimes zum Glanz des römischen Kaiserreiches zu beschwören, so beispielsweise durch die Anlage der Piazza Auguso Imperatore. Zu den wichtigsten Einzelbaumaßnahmen des Regimes in Rom gehören die Postpalazzi an der Via Bologna (Mario Ridolfi) und der Via Marmorata (Adalberto Libera) sowie die Schlüsselgebäude des Quartiers E42.

Zaha Hadid: Nationales Museum der Künste des XXI. Jahrhunderts - MAXXI (Rom), 1998-2010. Foto: Privat

Zaha Hadid: Nationales Museum der Künste des XXI. Jahrhunderts – MAXXI (Rom), 1998-2010. Foto: Privat

Im Anschluss an die gut zwei Jahrzehnte andauernde Ausweidung, Verdichtung und Erweiterung der Stadt unter faschistischer Herrschaft folgte nach dem Zweiten Weltkrieg ein regelrechter Neubaustopp (eine der Ausnahmen, Nervis Palazzetto dello Sport). Der Wert der Bausubstanz wurde höher gestellt, zugleich der Ausbau der Stadt an ihren Rändern massiv vorangetrieben, um dem Bevölkerungsdruck zu begegnen. Aus dieser Zeit zeugen riesige Sozialbauprojekte wie der Corviale. Erst in den letzte 15-20 Jahren hat sich die Stadtverwaltung einer Qualifizierung des innerstädtischen Bereichs mit mehreren modernen und neuartigen Gebäuden zugewandt. Für den Bau neuer Kultureinrichtungen (Bibliotheken, Museen, Konzerthallen), Tagungszentren und eine Kirche konnten international renommierte Architekten gewonnen werden. Tatsächlich zeigen die Bauwerke, dass ein Neubau in der Nachbarschaft des außergewöhnlich prägenden römischen Bauerbes durchaus bestehen und plausibel sein kann.  Der Percours dieser Gegenwartsarchitektur lädt ein, ihr Verhältnis zum städtischen Umfeld in den Blick zu nehmen und zu diskutieren. Grundsätzliche Aspekte wie die architektonische Aufwertung randständiger Stadtgebiete, die Auswirkungen des Massentourismus auf die Stadt oder das Verhältnis von neuer Architektur und Denkmalpflege werden dabei ebenso geschärft, wie die Frage, welche Bedeutung der Gegenwartsarchitektur insgesamt vor dem weiteren Horizont der städtebaulichen Entwicklung Roms seit dem späten 19. Jahrhundert und in  internationalem Rahmen zukommt.

Zu den jüngsten und jüngeren Bauwerken im innerstädtischen Bereich Rom gehören folgende bereits vollendete oder noch im Bau befindlichen Arbeiten:

  • Moschee und Centro Culturale Islamico (Paolo Portoghesi), 1975/76 und 1984-95
  • Umbau und Erweiterung der Kapitolinischen Museen (Carlo Aymonino), 1993-2005
  • Auditorium ‚Parco della Musica‘ (Renzo Piano), 1994-2003
  • Kirche des neuen Jahrtausends, Dives Misericordiae (Richard Meier), 1996-2003
  • Museum ‚Ara Pacis‘ (Richard Meier), 1996-2006, und Neugestaltung der Piazza Augusto Imperatore (Francesco Cellini), 2006-14
  • Museum ‚MAXXI‘ (Zaha Hadid), 1998-2010
  • Museum ‚MACRO‘ (Odile Decq), 2000-10
  • Hochgeschwindigkeitsbahnhof ‚Tiburtina‘ (Paolo Desideri, ABDR Architetti e Associati), 2001-11
  • Erweiterung des Palazzo delle Esposizioni durch die ‚Serra Piacentini‘ (Paolo Desideri, ABDR Architetti e Associati), 2003-07
  • Umbaumaßnahmen in der Biblioteca della Pontificia Università Lateranense (King Roselli Architetti), 2003-06 und der Biblioteca Hertziana (Juan Navarro Baldeweg), 2003-2012
  • Eurosky-Hochhaus (Franco Purini), 2005-
  • Centro Congressi Italia (Massimiliano Fuksas), 1998-2000, 2001-07, 2008-
  • Piazza San Silvestro (Paolo Portoghesi), 2012-13

Roma moderna

14. Juni 2012 Kommentare aus

Führer zur modernen Architektur in Rom wieder erhältlich

Am 14. Juni ist das seit Jahrzehnten bewährte Standardwerk zur jüngeren Architekturgeschichte Roms in erweiterter Fassung neu erschienen. Das Buch stellt das umfangreichste und zugleich übersichtlichste Repertoire der Architektur und des Städtebaus der italienischen Hauptstadt in überzeugender Manier zusammen. Anhand von 273 Einzelbeschreibungen werden die wichtigsten Etappen der Entwicklungen Roms zu einer modernen Stadt vom Stadtentwicklungsplan des Jahres 1909 bis in die Gegenwart des 21. Jh. nachgezeichnet.  Dabei werden Entwicklungslinien ebenso wie Brüche deutlich, die die Stadt geprägt haben. Ob die faschistsichen Monumentalplanungen, die gewaltige Nachkriegs-Wohnmaschine Corviale oder die jüngsten Beiträge internationaler Star-Architekten, Ostilio Rossi vereint hier alles. Die neue Auflage ist um 50 weitere Projekte, darunter das MAXXI und das Auditorium ‚Parco della Musica‘, bereichert und insgesamt neu durchgesehen worden. Klangvoller Höhepunkt ist dabei der 2008 ratifizierte neue Stadtentwicklungsplan. Dieser soll nach über fünfzig Jahren des urbanistischen Wildwuchses wieder etwas Ordnung in die Ewige Stadt bringen.

Piero Ostilio Rossi (mit I. Gatti e F.R. Castelli): Roma. Guida all’architettura moderna. 1909-2011. Laterza Rom/Bari 2012. 508 Seiten. ISBN: 9788842099178.

Ein verlorenes Kleinod: Micheluccis Casa Valiani in Rom

18. März 2012 Kommentare aus
Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Grundriss Erdgeschoss. Bildquelle: Ostilio Rossi 2000.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Grundriss Erdgeschoss. Bildquelle: Ostilio Rossi 2000.

Zwei Jahre bevor Giovanni Michelucci mit dem Sieg im Wettbewerb für den neuen Bahnhof von Florenz italienische Architekturgeschichte schreibt, realisiert er für die Familie Valiani in Rom ein bemerkenswertes Einfamilienhaus, das heute kaum noch bekannt ist. Die Casa Valiani (1929-31) entsteht in der Via Romanello da Forlì 25 im Quartier Pigneto nahe der Ausfallstraße Prenestina. Heute ist das herrschaftliche Haus kaum noch wiederzuerkennen;  zahlreiche bauliche Veränderungen und kontinuierlicher Verfall haben dazu geführt, dass es nahezu untergetaucht, ja unkenntlich ist.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf die Fassade. Foto: Architettura e arti decorative 1930-31.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf die Fassade. Foto: Architettura e arti decorative 1930-31.

Zunächst beauftragt die Familie Valiani den toskanischen Architekten Michelucci damit, ein bestehendes Haus umzubauen. Nachdem sich die Konstruktion jedoch als unzuverlässig erweist, wird der Auftrag auf einen den Bestand überformenden Neubau ausgedehnt. Allerdings soll dieser den strukturellen Grundzügen des bereits umgebauten Hauses folgen, indem diese erweitert werden. Während des Baus wird das Raumprogramm um zwei weitere Wohnungen zu einem großen Mehrparteienhaus erweitert, so dass das Gebäude bis zu seiner Fertigstellung weitere wesentliche Veränderungen erfährt.  Schließlich soll das Haus den fünf Brüdern der Familie Valiani separate Wohnungen und gemeinschaftliche Räume wie Gesellschaftszimmer, Salon, Billardzimmer bieten.  Somit ist das wechselvolle Schicksal des Hauses schon im Entstehungsprozess vorgezeichnet. Dennoch gelingt Michelucci ein harmonisches, sowohl in der Erschließung als auch in der formalen Artikulation schlüssiges Haus, das zu einem der ersten Bauwerke gehört, die in Rom dem Geist der Moderne Einzug gewähren.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf den Haupteingang. Foto: Dedalo 1932.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf den Haupteingang. Foto: Dedalo 1932.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf die Fassade. Foto: Dedalo 1932.

Giovanni Michelucci: Casa Valiani in Rom, 1929-31. Blick auf die Fassade. Foto: Dedalo 1932.

Im Erdgeschoss legt Michelucci einen großzügig verglasten Eingang an, von dem aus die erste Wohnung (Erdgeschoss) sowie die oberen Etagen mit je zwei Wohneinheiten erschlossen werden. Mit ihrer Leichtigkeit suggerierenden Verglasung scheint sie eines der zentralen Themen des Florentiner Bahnhofes zu antizipieren. Die Betonung der Baukörper, der Verzicht auf redundantes Formevokabular, präsentieren eine seinerzeit frische Interpretation des römischen Stadthauses. Die Modernität des Hauses kulminiert buchstäblich in der sich an der Fassade abzeichnenden Eingangstreppe, findet aber auch im raffinierten System vor- und zurückspringender Baukörper, Terrassen und Loggien Ausdruck. Die planimetrische Bewältigung des schwierigen Raumprogramms mit den separaten und doch miteinander agierenden Wohnungen ist gelungen.

Das andere Rom

26. Februar 2012 Kommentare aus
Giovanni Guerrini, Ernesto La Padula und Mario Romano: Palazzo della Civiltà Italiana (1937-53). Foto: Privat.

Giovanni Guerrini, Ernesto La Padula und Mario Romano: Palazzo della Civiltà Italiana (1937-53). Foto: Privat.

Rom … Rom ist nicht einfach nur eine große, bekannte Stadt – Rom, so heißt es, ist eine Idee, eine einmalige Idee von Stadt, obwohl sie keinem klaren städtebaulichen Gedanken folgt und auch sonst erscheint sie eher als ein wirres Sammelsurium anstatt als eine strukturierte Metropole. Manche sagen, Rom sei im Vergleich mit den Megastädten dieser Welt einfach nur ein großes Dorf, das 1871 zufällig Hauptstadt geworden und deshalb überhaupt noch relevant sei. Streift man jedoch aufmerksam durch die mitunter verwundenen Straßen und Gassen dieser Stadt wird dem Betrachter schnell bewusst, dass hier Jahrtausende menschlichen Kollektivgedächtnisses nebeneinander vergraben beziehungsweise aufgebaut sind und weiterleben.

Rom, das ist natürlich die Stadt der Antike, der jungen Republik und des mächtigen Kaiserreiches. Rom, das ist aber auch die Stadt der Päpste, die seit Kaiser Konstantin dem Großen und insbesondere seit dem Barock, der hier in Rom mit den großen Könnern Michelangelo, Bernini und Borromini seinen Anfang genommen hat, der Stadt ein monumentales Gepräge gegeben haben, das die Traditionen der Antike fortführt und im 20. Jahrhundert von den Faschisten Mussolinis wieder aufgegriffen worden ist. Folglich ist Rom auch die Stadt des Faschismus, wie man an vielen verteilten Stellen der Stadt und insbesondere im für die Weltausstellung 1942 geplanten Quartier EUR heute noch sehen und spüren kann. Dass diese Geschichte allerdings noch lange nicht zuende ist, zeigt uns die aktuelle politische Verfasstheit Italiens, in der neofaschistische und nationalistische Akteure in Rom wieder das Sagen haben.