CFP: Paesaggio in transizione. Trasformazione, riordinamento e continuità nell’architettura della città italiana tra le due guerre. (Sorrento, 14-17 giugno 2018)

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Adalberto Libera: Casa Pigione, Roma, 1933.

CALL FOR PAPERS

Annual Conference of the American Association for Italian Studies (AAIS)
Sant’Anna Institute, Sorrento (Italy), 14-17 June 2018
Deadline: 30 december 2017
https://aais.wildapricot.org/session_proposals

[English version see below]

Session 24
Paesaggio in transizione. Trasformazione, riordinamento e continuità nell’architettura della città italiana tra le due guerre.

Dopo la prima guerra mondiale si attuò una netta accelerazione dei processi di cambiamento e di trasformazione sociale che trovò le sue realizzazioni più concrete nell’ambiente costruito. Su questo sfondo, il DNA della città storica offrì uno dei più importanti punti di riferimento per lo sviluppo pratico di una nuova architettura e delle progettazioni urbanistiche e paesaggistiche. Il risultato non fu una sola strategia, ma una molteplicità di principi formali e tendenze cui era comune l’imperativo e il senso della continuità culturale. La sezione propone di chiarire i metodi con cui gli architetti e urbanisti italiani si riappropriarono della propria tradizione edilizia e la resero idonea alla trasformazione moderna del loro paese.

Si prega di inviare un abstract di 200-250 parole e una breve biografia, completa di affiliazione e indirizzo email, a Luigi Monzo (info [at] luigimonzo.de) entro il 30 dicembre 2017. Si avvisa di attenersi alle norme della conferenza: https://aais.wildapricot.org/conference_guidelines.

Organizzatori e presidenza:
Luigi Monzo, Università di Innsbruck (Austria), info [at] luigimonzo.de
Carmen M. Enss, Università di Bamberga (Germania), carmen.enss [at] uni-bamberg.de

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[EN]

Townscapes in transition. Transformation and reorganization of Italian cities and their architecture in the interwar period.
(Session 24)

Social change after WWI led to an accelerated change in the built environment. Within a broad stylistic scope of architectural and urban design projects, the structural ‘DNA‘ of Italian historic cities offered a basic planning guideline. Historic paradigms determined not only trends in conservation but guided new approaches to architecture as well as urban and landscape design. The result was not a single strategy to ensure continuity in urban planning and architecture, but a multiplicity of formal principles and trends. The session proposes to clarify what methods Italian architects and urban planners used to take possession of a ‘Roman’ or ‘Italian’ building and planning tradition, and how they accommodated it to the modernization of their country.

Please submit via email a 200-250-word abstract of the presentation, a brief biographical note and affiliation to Luigi Monzo (info@luigimonzo.de) by December 30, 2017. Please comply with conference guidelines: https://aais.wildapricot.org/conference_guidelines. The conference languages are Italian and English.

Session organizers and chair:
Luigi Monzo, University of Innsbruck (Austria), info@luigimonzo.de
Carmen M. Enss, University of Bamberg (Germany), carmen.enss@uni-bamberg.de

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croci e fasci – Der italienische Kirchenbau in der Zeit des Faschismus, 1919-1945

Croci Fasci cover rz_grau_klBreit angelegte Studie zum italienischen Kirchenbau in der Zeit des Faschismus

Die Zeit von 1919 bis 1945 war in Italien geprägt vom politischen und gesellschaftlichen Ringen um eine neue Ordnung. Dabei erwies sich die Herrschaftspraxis des von Mussolini 1922 installierten faschistischen Regimes als Metrum der Entwicklungen. Trotz seiner heterogenen Ideologie gelang dem mussolinischen Faschismus jedoch die Etablierung und Konsolidierung einer neuen Wirklichkeit, zu der auch die Verständigung mit der katholischen Kirche gehört. Diese Verständigung schuf wiederum die Voraussetzungen für eine im italienischen Einheitsstaat bislang beispiellose kirchenbauliche Expansion. Zugleich war die Auseinandersetzung mit den Fragen einer zeitgemäßen repräsentativen Architektur sowohl dem Regime als auch der Kirche gemein. Im Spannungsfeld erhitzter Debatten, progressiver und traditionsverbundener Denkweisen, entfaltete sich die wechselvolle Geschichte der Suche nach einem neuen, der Lebenswirklichkeit des 20. Jahrhunderts angemessenen katholischen Kirchenbau. Unter dem begünstigenden Eindruck der faschistischen Architekturpolitik profitierte die kirchenbauliche Entwicklung von der Neuausrichtung der architektonischen Gemengelage, so dass sich schließlich ein Kirchenbau verfestigte, der die typische Verlustempfindlichkeit der Kirche überwinden konnte und heute als Mittler zwischen der Kontinuität jahrhundertealter Traditionen und dem liturgisch motivierten Aufbruch der 1950er und 1960er Jahre gelesen werden kann.

Die vorliegende Arbeit eröffnet und analysiert ein Panorama, das ausgehend von den historischen Voraussetzungen im komplizierten Verhältnis von katholischer Kirche und italienischem Staat über die architekturpolitische Entwicklung im faschistischen Italien zur differenzierten Untersuchung kirchenbaulicher Phänomene in ganz Italien führt.

Luigi Monzo: croci e fasci – Der italienische Kirchenbau in der Zeit des Faschismus, 1919-1945. 2 Bde. Karlsruhe 2017 (Dissertation Karlsruher Institut für Technologie). 1.050+445 Seiten, 1.890 sw-Abb. DOI(KIT): 10.5445/IR/1000071873.

https://publikationen.bibliothek.kit.edu/1000071873

Kirchenbaumeister der Moderne: Otto Bartning – Ausstellung

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Einband des Ausstellungskatalogs. Akademie der Künste Berlin.

Der Architekt Otto Bartning war während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der einflussreichsten und produktivsten Neuerer im Kirchenbau. Schwerpunktmäßig mit dem evangelischen Sakralbau in Deutschland beschäftigt hat mit wegweisenden Entwürfen wie der Sternkirche zum Überdenken des liturgischen Raumes und einer damit verbundenen architektonischen Überdenkung der kirchenbaulichen Typologie entscheidend beigetragen. Seine Kirchen, sei es in Studien, konkreten Bauprojekten oder dem in Verbindung mit den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verbundenen Notkirchenprogramm, haben ürde die Grenzen Deutschlands und der Evangelischen Kirche hinaus als Beispiele für eine Erneuerung bis hin zur Neukonzeption des christlichen Sakralbaus gewirkt.

Die von Dr. Sandra Wagner-Conzelmann kuratierte Ausstellung Otto Bartning (1883-1959): Architekt einer sozialen Moderne eröffnet ein bislang nicht gebotenes, quellenkritisches Panorama auf das vielfältige Werk des Karlsruher Architekten. Eine Ausstellung, die neben dem kirchenbaulichen Beitrag auch Bartnings Arbeit zu den sozialen Aspekten moderner Baupraxis würdigt.

Die umfassende Retrospektive führt anhand von originalen Zeichnungen, Fotografien und Architekturmodellen durch vier Epochen deutscher Geschichte. Viele bisher noch nicht präsentierte Exponate sind zu sehen, da für die Ausstellung erstmals der im Otto-Bartning-Archiv der TU Darmstadt erschlossene gesamte private Nachlass Bartnings zur Verfügung stand. (Pressemitteilung, Auszug)

Die Ausstellung ist an folgenden Standorten zu sehen:

Berlin: Akademie der Künste, 31.03.2017 – 18.06.2017.
Karlsruhe: Städtische Galerie, 22.07.2017 – 22.10.2017
Darmstadt: Institut Mathildenhöhe, 19.11.2017 – 18.03.2018

Neue Sichtweisen auf das Werk von Frei Otto

Am 4. November 2016 eröffnet im ZKM Karlsruhe eine große Ausstellung auf den im März 2015 verstorbenen Architekten Frei Otto. Die von Georg Vrachliotis kuratierte Schau wird auf der Grundlage des im Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai) bewahrten Nachlasses einen fundierten Blick auf einen der international renommiertesten und innovativsten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts richten.

Anhand von über 200 Modellen, Objekten, Werkzeugen und Instrumenten, über 1.000 Fotos, Zeichnungen, Skizzen, Plänen und Filmen sowie mehreren medientechnische Großprojektionen werden neue Sichtweisen auf das Werk von Frei Otto vermittelt und neue Fragestellungen zur Zukunft der gebauten Umwelt zwischen Architektur, Technologie, Nachhaltigkeit und Gesellschaft aufgeworfen.

Frei Otto. Denken in Modellen.

5. November 2016 bis 12. März 2017, ZKM Karlsruhe.

Eröffnung am 4. November 2016, 19.00 Uhr im Foyer des ZKM, mit Beiträgen von Holger Hanselka, Christiane Riedel, Philip Kurz und Georg Vrachliotis.

Architektur während des Faschismus im Italien der 1930er Jahre

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Marcello Piacentini: Rektoratsgebäude der Universität Rom, 1932-35.

Vorträge zur Architektur im Faschismus im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚ifag um sieben‘ an der Universität Stuttgart.

 

14. November 2016
Klaus Tragbar, Innsbruck
Architektur und Städtebau im Faschismus. Personen, Projekte, Positionen.

 

12. Dezember 2016
Daniela Spiegel, Weimar
Erschreckend gut, erschreckend schön. Stadtgründungen des italienischen Faschismus als architekturhistorisches Faszinosum.

 

30. Januar 2017
Luigi Monzo, Schwäbisch Hall/Karlsruhe
Widerstand oder Anpassung? Der italienische Kirchenbau in der Zeit des Faschismus.

 

ifag um sieben, immer montags, K1 Keplerstr. 11, Raum 1.08
19:00 Uhr

 

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Marcello Piacentini urbanista

Beese_Piacentini Studie zum städtebaulichen Werk Marcello Piacentinis

Mit der Publikation ihrer 2014 an der Technischen Universität Dortmund vorgelegten Doktorarbeit „Neue Horizonte im Städtebau“ – Die Form der Stadt bei Marcello Piacentini (1881-1960) präsentiert die Berliner Kunsthistorikerin Christine Beese die erste umfangreiche Studie zum vielfältigen städtebaulichen Werk des faschistischen Regimearchitekten Marcello Piacentini. Die Verfasserin untersucht das Wirken anhand des beruflichen und intellektuellen Werdegangs am Übergang zwischen langem 19. und kurzem 20. Jahrundert und zieht dabei auch Vergleiche und Verbindungslinien zum europäischen Architekturgeschehen der Zeit. Über die Entwicklung und Etablierung der städtebaulichen Disziplin, die Erprobung städtebaulicher und architektonischer Leitgedanken im Ausbau Roms zur Kapitale des Faschismus, führt die mit Archivmaterial reich illustrierte Analyse schließlich zur typologisch strukturierten Veranschaulichung eines wegweisenden Beitrags zur italienischen Stadtgestaltung.

Eine ausführliche wissenschaftliche Besprechung des Buches liegt bereits vor und wird 2016/2017 in der architectura – Zeitschrift für Geschichte der Baukunst – Journal of the History of Architecture erscheinen.

Christine Beese: Marcello Piacentini. Moderner Städtebau in Italien. Reimer-Verlag, Berlin 2016. 624 Seiten, 11 farb- und 241 sw-Abb. ISBN: 9783496015468.

Friedrich Weinbrenner – Meister des Klassizismus in Karlsruhe

Längsschnitt und Seitenansicht | unsigniert, undatiert (Friedrich Weinbrenner, 1792/97) | Tusche, Aquarellfarben auf Papier, 60,4 × 92,6 cm | KIT, Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau, Weinbrenner 13

Idealentwurf für ein Ballhaus, 1792/97.

In Untermünkheim erinnern heute eine Straße und eine Festhalle an den Zimmermann und Baumeister Johann Friedrich Weinbrenner. In der ganzen Region finden sich Spuren seines handwerklichen Könnens, das zugleich als große familiäre Tradition auf das Werk seines berühmten Enkels Friedrich Weinbrenner verweist, den Baumeister Karlsruhes und einen der Wegbereiter des Klassizismus in Deutschland.

Am Ende des Barock

In diesem Jahr feiert mit Karlsruhe eine vergleichsweise junge Stadt ihren dreihundertsten Geburtstag. Von Markgraf Karl Wilhelm als Residenz gegründet, sollte sie die Befreiung von der Enge mittelalterlicher Burgen in die Gestalt einer offenen Stadt übersetzen. Ohne Mauern, stattdessen mit einem vom neuen Residenzschloss betonten fächerförmigen Stadtgrundriss, entstand hier das ideale Beispiel einer barocken Fürstenstadt; als monumentale Auswirkung des Zentralstadtgedankens wurde sie rasch zur reinsten Verkörperung des Absolutismus in Deutschland. Kaum hundert Jahre später erfuhr sie jedoch eine tiefgreifende Wandlung: Infolge von Aufklärung und Revolution und unter dem Eindruck der entstehenden Industriegesellschaft nahm die Stadtentwicklung einen anderen Lauf. War Karlsruhe am Ausgang des 18. Jahrhunderts mit knapp 8.000 Einwohnern noch eine sehr kleine Residenzstadt, so verzeichnete es bereits 1815 annähernd doppelt so viele Bewohner. Mit der damit zusammenhängenden Veränderung der Sozialstruktur änderte sich auch das Erscheinungsbild der inzwischen zur Hauptstadt eines Großherzogtums aufgestiegenen Stadt. Nicht mehr die Darstellung einer von Gott gegebenen irdischen Macht stand im Vordergrund, sondern der Ausbau zu einer für damalige Begriffe durchaus modernen, zunehmend funktionsorientierten Stadt.

Der im Barock verkörperte Wunsch nach Überzeugung durch Überwältigung wich in Karlsruhe schon früh einer an den Bedürfnissen der neuen Bürgergesellschaft ausgerichteten baulichen Entwicklung. Wobei sich dieser Ansatz in einem um Beruhigung und Versachlichung bemühten stilistischen Wandel niederschlug. Noch bevor in München und Berlin durch große Architekten wie von Klenze und Schinkel maßgebliche Veränderungen ins Werk gesetzt werden konnten, war es das eher beschauliche Karlsruhe, dem in der deutschen Stadtplanungs- und Architekturgeschichte des 19. Jahrhunderts eine herausragende Rolle zukommen würde. Dass aus der von Sigismund von Reitzenstein noch als „Gespött ganz Europas“ bezeichneten Ansammlung von Hütten innerhalb von zwanzig Jahren eine klassizistische Vorzeigestadt entstehen konnte, gespickt mit repräsentativen Boulevards und großzügigen Platzanlagen, modernen Kulturbauten sowie nach neuartigen hygienischen Maßstäben errichteten Wohnhäusern, war zu diesem frühen Zeitpunkt vor allem das Verdienst des ehrgeizigen und zugleich sehr geschickt agierenden Architekten Friedrich Weinbrenner.

Evangelische Stadtkirche Karlsruhe, 1808.

Evangelische Stadtkirche Karlsruhe, 1808.

Hohenloher Wurzeln – Dessen Vater Johann Ludwig Weinbrenner, ein aus Untermünkheim stammender Zimmermann, war in den 1750er Jahren wegen der regen Bauaktivität in die badische Stadt gezogen; dort heiratete er die Tochter des markgräflich-badischen Hofzimmermanns und wurde dessen Nachfolger. Weinbrenner brachte eine lange handwerkliche Familientradition in die badische Residenzstadt. Insbesondere der in Geislingen geborene und in Haagen aufgewachsene Johann Friedrich Weinbrenner, der Großvater des Karlsruher Architekten, konnte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Hohenlohe ein vielfältiges Wirken entfalten. So spielte er bei der Planung des Untermünkheimer Kirchenneubaus eine Vorreiterrolle indem er schon früh Pläne für einen dreischiffigen Ausbau der Kilianskirche vorlegte, die allerdings aus Kostengründen nie realisiert wurden. In den Archiven finden sich zudem Pläne zu verschiedenen Baumaßnahmen der Hohenloher Fürsten, die ihm ihre Anerkennung auch mit der Ernennung zum Schultheißen zuteilwerden ließen. An seine Betriebsamkeit erinnern zahlreiche von ihm errichtete Bauwerke. So gehören zu seinen Arbeiten nicht nur das 1759 in Michelbach am Wald errichtete Amtshaus und der Neubau des Untermünkheimer Rathauses, sondern auch ein in der Hessentaler Ortsmitte errichtetes Bauernhaus, das auf eindrückliche Weise die stilistischen Ausläufer der barocken Epoche in einer für den ländlichen Raum eingängigen und zugleich hervorstechenden Qualität zum Ausdruck bringt: Voluten und rokokohaft verzierte Pilaster aus Holz dokumentieren das Geschick des Untermünkheimer Zimmermeisters, aber auch eine Architektursprache, von der sich sein Enkel – in einem freilich veränderten Umfeld – mit beispielgebender Konsequenz abwenden würde.

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Katholische Kirche St. Stephan, Karlsruhe (1807-14).

Baumeister einer neuen Epoche – Der Architekt prominenter Bauwerke wie des Karlsruher Rathauses oder der Evangelischen Stadtkirche unternahm keineswegs zufällig seine ersten beruflichen Schritte als Zimmermann. So gehört zu seinen ältesten Arbeiten der Entwurf für eine komplexe übereck verlaufende Dachstuhlkonstruktion, in der er einen älteren Plan seines Vaters weiterentwickelt hat. In der Schulung seiner Fertigkeiten als Zimmermann, unter anderem konzipiert er doppelte Kuppelkonstruktionen aus Holz, legt er den handwerklichen Grundstock für seine erfolgreiche Architektenlaufbahn. Anders als den meisten zeitgenössischen Baumeistern gelingt es ihm, die praktischen Erfahrungen aus seiner im Alter von 16 Jahren beginnenden verantwortlichen Tätigkeit im elterlichen Betrieb mit einer bemerkenswerten Sensibilität für die sich ändernden Anforderungen an den Zweck und die Ästhetik des Gebauten zu verbinden und dabei eine für die rege Bauaktivität der badischen Hauptstadt wirtschaftliche und zugleich würdevolle Architektursprache zu entwickeln. Als Autodidakt lernt er in Berlin die Architekten Carl Langhans und Hans Christian Genelli kennen, zwei Jahre später reist er zu ausgedehnten Architekturstudien nach Italien, wo er sich das Verständnis antiker Architektur aus eigener Anschauung aneignet. Aus der Verquickung all dieser Erfahrungen, verbunden mit dem beruflichen Ehrgeiz, der ihn schon bald in den Dienst der markgräflichen Bauverwaltung führt und zum großherzoglichen Oberbauinspektor aufsteigen lässt, kann er ein im ganzen deutschsprachigen Raum beachtetes Wirken entfalten. Neben Weinbrenners intensiver Bau- und Planungstätigkeit gehört jedoch auch die Verbreitung seines Architekturverständnisses durch eine eigens konzipierte Lehrtätigkeit. 1800 gründet er hierzu in einem Anbau seines Wohnhauses eine private Bauschule, die wiederum zu einer der Keimzellen der späteren Technischen Hochschule wird, dem heutigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Bildquellen: Presse-Kit zur Weinbrenner-Ausstellung der Städtischen Galerie Karlsruhe: Längsschnitt und Seitenansicht | unsigniert, undatiert (Friedrich Weinbrenner, 1792/97) | Tusche, Aquarellfarben auf Papier, 60,4 × 92,6 cm | KIT, Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau, Weinbrenner 13; Perspektivische Ansicht von Südwesten signiert »J Dyckerhoff, 1808« | Bleistift, Tusche, Aquarellfarben auf Papier, aufgezogen auf Karton, 43,4 × 56,6 cm | Stadtarchiv Karlsruhe, 8/PBS XV 1245; Vorentwurf, perspektivische Ansicht der Kirche und der geplanten Nebengebäude im Stadtraum | Schülerzeichnung unsigniert, undatiert | Tusche, Sepia, Aquarellfarben auf Papier, 48,8 × 60,9 cm | KIT, Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau, Weinbrenner 30.