USONIAN – entitled vision

Frank Lloyd Wright: Jacobs House, Madison (Wisconsin), 1936. Detail der Straßenansicht.

Frank Lloyd Wright: Jacobs House, Madison (Wisconsin), 1936. Detail der Dachauskragungen.

Jüngst hat sich die ‚Königin der Kurven‘ in London ein schillerndes Denkmal ihrer schicken Designarchitektur  gesetzt, das auf den klangvollen Namen ‚Serpentine Sackler Gallery‘ hört. Die futuristisch anmutende, mit viel Anwenderfleiß aus den Computern gehämmerte Formverliebtheit, die jede Grundgesetzmäßigkeit architektonischer Erfahrung auf den Kopf zu stellen sucht, scheint hier eine neuerliche Hochleistung erreicht zu haben. Auf der anderen Seite wurde im provinziellen Ravensburg mit viel taktilem Gefühl das angeblich weltweit erste Museum mit Passivhausstandard aus abgerissenen Ziegelsteinresten gewebt. Dies alles vor dem Hintergrund immer knapper werdenden Ressourcen und dem objektiven Bedarf nach sozial nachhaltiger Bausubstanz. Politisch werden Ziele formuliert, die in verführerischen Begriffen wie ‚Mietpreisbremse‘ oder dem Wunsch nach mehr Sozialbauten münden und zugleich immer höhere energetische Auflagen setzen. Und wie wenn das alles irgendwie nichts miteinander zu tun hätte, wird das Land nunmehr regelmäßig von heftigen Flutkatastrophen heimgesucht, die ahnen lassen, dass eine weiterhin vorbehaltlose Flächenversiegelung unweigerlich ihren Tribut fordern wird. Obwohl die Bevölkerung im Grunde stagniert, fransen Siedlungen und Städte immer mehr aus, wird die Fläche umbauten Raums pro Arbeitnehmer und Privatbewohner immer größer. Und vor dem Hintergrund einer immer noch prekären Abhängigkeit von fossilen und atomaren Energiegewinnungsmethoden, wird das allgegenwärtig grassierende Spardiktat auf die Dämmleistungen der Häuser ausgedehnt, ohne ausreichend auf die Input-Seite zu schauen. Denn es ist diese Seite der klimarelevanten, oder sagen wir nachhaltigkeitsrelevanten, Kennwerte, die a priori den größten Nutzen verspricht. Das heißt also die Frage muss vor allem lauten, wieviel Energie stecke ich in ein Gebäude, ein Bauteil, ein Möbel überhaupt erst hinein? Bevor man darüber nachdenken und politisieren mag, wie sich der Verbrauch durch meist energieintensiv hergestellte Baumaterialien reduzieren lässt, muss ein Bewusstsein dafür entwickelt werden, dass man durch städtebauliche und architektonische Zonierung, die vertikale Struktur des Bauwerks und eine energieschonende, vielleicht sogar auf Recycling setzende Produktion sowie in größerem Maßstab durch Bestandsnutzung und Bestandsverdichtung bereits im Vorfeld die Weichen für eine umweltgerechtere Bauweise stellen kann. Dass dabei auch soziale Aspekte eine Relevanz erlangen können, ist derweil keine Entdeckung unseres Jahrhunderts. Vor etlichen Jahrzehnten hat nämlich niemand geringeres als Amerikas größtes Architekturgenie bereits eine Antwort auf eine Frage formuliert, die sich bis heute kaum noch jemand mehr richtig gestellt hat, wie kann ich, im Einklang mit mir selbst, meiner Umwelt und meiner Geschichte so bauen, dass dies eine Strategie für jeden oder fast jeden sein kann. USONIAN nannte Frank Lloyd Wright diese Vision und meinte damit das Haus für jedermann.

In seinem 1932 erschienen Aufsatz ‚The disappearing city‘ thematisiert Wright das Problem der Agglomerationen. Er kontert den Prozess der Intensivierung mit einem Modell dezentraler Siedlungen, in denen kleine Parzellen nicht mehr der Zierde, sondern der Bewirtschaftung dienen und das Einfamilienhaus dem verstärkten aufkommenden Massenwohnungsbau entgegengehalten wird. Jeder, so Wrights Vision, solle in einem für die täglichen Bedürfnisse maßgeschneiderten Haus im Einklang mit der Natur leben, anstatt, so mag man ihn verstehen, wie Nomaden durch die Schluchten und Wirren der Städte zu ziehen, um je nach Geldbeutel in einem Penthouse oder einer Gosse angespült zu werden. Wright lieferte zu diesem Konzept einer ruralen und zugleich modernen Gesellschaft, die sozusagen als Grundlage einer echten Demokratisierung dienen sollte, auch das passende Haus. Ein Haus, das in seiner schlichten Schlüssigkeit einer breiten Bevölkerungsschicht ein raumbezogen attraktives Wohnen ermöglichen sollte. Das seinerzeit aus dieser Vision hervorgegangene Siedlungsmodell der ‚Broadacre City‘  fand schließlich im Usonian-House seinen konkreten Widerhall. Wright entwarf den bislang einzigartigen und inzwischen bis heute weitergegebenen Typus eines schnell und einfach zu fertigenden, meist eingeschossigen Hauses, sozusagen den Prototypen des Fertighauses. Doch anstatt das Bauwerk durch die Mangel der bauwirtschaftlichen Produktion zum bloßen Raumbehälter degradieren zu lassen, schaffte durch die geschickte L-förmige Anlage und die von seinen Präriehäusern abgeleitete räumliche Struktur einen Einklang aus dem durch Interaktion des gebauten und unbebauten Raumes gewonnenen Freiraums und der Intimität der abschirmenden Anordnung. Dabei meint der Name ‚Usonian‘ vermutlich die nach Meinung Wrights korrektere Bezeichnung der USA als United States of North America. Darin beinhaltet  die Namensgebung offenbar die Implikation einer organischen, naturbezogenen Bauweise, die indigene Baumaterialien ebenso respektiert und nutzt, wie das vorgefundene Land, in das ein jeder baulicher Eingriff gerechtfertigt sein muss. Wrights Konzept bot ein leicht zu reproduzierendes und modifizierbares Modell, das auf fast alle gängigen Lagen angewandt werden konnte. Ebenso wichtig wie die architektonischen Qualitäten war Wright jedoch auch der ökonomische Aspekt, da es ein echtes ‚Volkshaus‘ sein sollte. Seinerzeit diente dieses einfache Hauskonzept dazu, dem überkommenen Wohnhabitus ein zeitgemäßes Gehäuse zu geben. Der Vereinfachung des spätviktorianischen Lebens  entsprach bislang kein Wohnmodell, das adäquat die Lebensbedingungen der Mittelschicht in ein architektonisches Gebilde übersetzt hätte. Ganz im Gegensatz zu den Wohnhausentwürfen der internationalen Moderne, die an einem standardisierenden Ideal ausgerichtet waren, bot Wrights Wohnhaustypus eine durchweg positiv besetzte Gemütlichkeit. Es transponierte sozusagen die bisher den großbürgerlichen Eliten vorbehaltenen Wohnerfahrungen in ein gleichermaßen individuelles wie veränderliches Modell, das der Realität moderner Lebenswelten, wie sie in den bekannten Romanen der Zeit noch heute plastisch erstehen, entsprechen sollte. Mit Wohnhäusern, die gegebenenfalls sogar von den Bewohner selbst gebaut werden konnten, mit diesen Wohnhäusern, die räumliche Qualitäten konzentrieren, Ressourcen sparen und im Einvernehmen mit natürlicher Belichtung und Witterung die Potenziale der Lage und der Architektur für den Bewohner auszuschöpfen und zugleich die Umwelt zu respektieren vermögen, lieferte Wright bereits in den 1930er Jahren eine Antwort, die heute im Umgang mit Fragen eines klimagerechten und würdevollen Wohnens als Lehre dienen kann.

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Che cosa è un architetto se non è neppure logico?

„Architettura è sublimazione della necessità della vita: è l’arte che definisce, nello spazio, il tempo. Essere moderni significa semplicemente esistere; essere razionali significa poco più che possedere il ‘sine qua non’ per esistere. Essere architetti, cioè artisti, è ben altra cosa. Non porteremo quindi questi titoli a vanto nostro, come non porteremmo, in altro campo, quello di uomo onesto. Che cosa è un uomo se non è neppure onesto? E ancora, che cosa è un architetto se non è neppure logico? La nostra aspirazione è più alta: noi crediamo che non basti all’architetto il costruire, ma sentiamo il bisogno di dire, di esprimere, con la sintesi dell’opera nostra, oltre che la vita contingente, il pensiero e il carattere dell’epoca attuale.

E, poiché per dire occorre un linguaggio intelligibile ai più ci siamo messi di buon accordo insieme per cercare una strada maestra nel labirinto dell’arte. La personalità individuale non ci interessa tanto, ci preoccupa assai di più la personalità dell’opera. Poco ci importa che si dica di un edificio ‘è del tale’ o ‘è del talaltro’ se il monumento non comunica la propria anima. Una casa ha da essere prima di tutto casa, e non interessa che sia ‘mia’ o ‘tua’. Un artista, quando sia veramente tale, lascia sempre traccia di se stesso nel suo lavoro, e questo segno, crediamo, è tanto più profondo, quanto meno l’artista si è preoccupato di incidervelo. Questo principio che informa i nostri progetti costa ad ognuno il sacrificio della propria ambizione, ma il personalismo ad oltranza, oltre ad esser spesso mal celato egoismo, è cifra o bizzarria e danneggia, attraverso la logica e l’estetica offese, la società.

Dopo le esperienze romantiche, estremamente soggettive, è tempo, se non si voglia ricadere nella pericolosa Babele, che le parole dei singoli si organizzino in lingua viva comune. L’opera d’arte sarà originale, non quando l’artista avrà messo a capriccio il proprio sigillo, superficialmente esornativo, ma quando il chiaro equilibrio dell’organismo esprimerà L’intima essenza e la novità del concetto interpretativo. Queste parole abbiamo sentito il bisogno di premettere, perché l’uniformità del nostro abito non sembri povertà interiore, ma ricordi, sia pure come desiderio, la massima francescana che insegna ad essere semplici al di fuori per divenire luminosi dentro.”

Relazione ai progetti di laurea dei componenti del gruppo BBPR, 1932.

Fonte: Ernesto Nathan Rogers: Esperienza dell’architettura. Milano 1997, pp. 37-38.

Vecchio e nuovo a Venezia

Bisogna ammettere una certa legittimità alle critiche riguardanti le costruzioni nuovissime nella città storica di Venezia, il contrasto con il carattere della città è a volte affatto netto, nonostante si cerchi di rimanere in sottofondo. Naturalmente ci sono soluzioni come le case di Cino Zucchi oppure la casa alle Zattere di Gardella che non stonano troppo, anzi, si abbacinano al tessuto rinvenuto. Ma una volta posta la domanda di costruire qualcosa di nuovo anche nella città lagunare bisogna ammettere che sia Calatrava che gli architetti C+S di Treviso hanno creato qualcosa di contemporaneo che rispetta e considera l’ambiente veneziano. Difatti, come afferma Fulvio Irace, l’architettura moderna arriva a Venezia sempre di soppiatto (cfr. Giustizia è fatta, in: Domus 964/dic. 2012). Il ponte per esempio usa le più avanzate tecnologie ingegneristiche per essere gettato raso l’acqua in modo da non sbarrare le prospettive sui palazzi, quindi Calatrava ha cercato di rendere il ponte il meno presente possibile salvo la negazione stessa del ponte. La soluzione dei dettagli poi, la scelta dei materiali, la raffinatezza con cui sono stati scolpiti i corpi di fabbricca rivestiti di pietra e il gioco con i riflessi dell’acqua nelle vetrate del pavimento esaltano la relazione con la città. La casa per gli uffici della corte invece con la sua cubatura ridotta, semplice e fluttuante ricalca lo schema di molti edifici vicini. Il colore scuro delle superfici non sormonta ma evidenzia i colori pastelli tipico delle casa veneziane e la struttura rievoca quella della circostante Manifattura Tabbacchi…

Direi, che preso in considerazione questo, l’unica alternativa a queste costruzioni sarebbe stato la rinuncia totale ad ogni nuova costruzione. In una città come Venezia, per il suo patrimonio eccezionale e unica nello stesso tempo, una nuova e contemporanea costruzione può acquistare un proprio diritto di vita soltanto attraverso un sensibile dialogo con la città storica, ma una volta premesso questo può acquistare il suo diritto ad una propria vita, di proprio pugno e carattere senza ricalcare le forme già presenti (come p.e. Zucchi) per poi finire in strane caricature di un presente molto più originale che una copia mai potrebbe raggiungere.

Tuttavia ritengo, che a Venezia bisogna procedere con molta cautela nelle decisioni edili ed urbanistiche. La contemporaneità sia pure ammessa a Venezia, ma entro certi limiti. Infatti questi nuovi edifici sono sorti ai margini della città storica, lì dove c’è anche la stazione e l’autorimessa, ecc. D’altronde vorrei ricordare il ponte dell’Accademia per dimostrare cosa succede quando la cautela viene esagerata…qui si è finito per una soluzione effimera che risolve tutto in un semplice aggetto pratico, qui difatti si è rinunciato all’architettura per eccessivo rispetto verso il contesto storico della città. Di conseguenza a Venezia bisogna tuttora chiedersi, con delle parole prestate al Pensabene: Può oggi esistere l’architettura – a Venezia?